Wie die Zeitung in den Briefkasten kommt
Mittlerweile sollte ja nun jeder mitbekommen haben, dass der Winter dies Jahr etwas mehr Aufmerksamkeit möchte. Ich schätze, alle sind froh, wenn sie zu Hause sind und nicht nach Draußen in den Schnee(-Sturm) müssen. Damit es nicht langweilig wird, ist es in einigen Familien vielleicht noch üblich (falls das nicht schon von so abwechslungsreichen Sendungen wie Britt, Verdachtsfälle, K11 oder Barbara Salami abgelöst wurde), Zeitung zu lesen. Bei den meisten kostenfreien Zeitungen ist es ja praktischer Weise so, dass sie am Morgen schon im Briefkasten liegen. Nun frage ich mich, ob sich überhaupt jemand schon mal Gedanken gemacht hat, wie die da eigentlich hinkommt.
Weil ich selbst Zeitung austrage (wenn auch nur ein knallbuntes Werbezeitung), möchte ich mal ein wenig Sendung mit der Maus spielen. Als Beispiel führe ich mal die Wochenzeitung „TIP der Woche“ vom TIP-Werbeverlag an. Also…los geht´s.
Zunächst melden sich Interessenten (die, die daran interessiert sind zu werben) beim Verlag. Die Produktpalette, die Unternehmensgeschichte wird geprüft und ein Angebot wird für das Unternehmen zugeschnitten. Sollte eine Werbebuchung zustande kommen, wird das ausgearbeitete Layout an die Druckereien gegeben. Dann wird fleißig gedruckt. Von den lokalen Druckereien werden die Zeitungen (noch in einem sehr uncoolen Format) von regionalen Kurierdiensten an die (beim TIP-Werbeverlag 40.000) Austräger verteilt. Das einzig nervige daran ist, dass die Zeitung erst noch einmal gefaltet werden muss, wobei extra Werbung nicht hineingelegt werden darf.*
Die ungefalteten Zeitungen sollten Freitags beim Austräger angekommen sein, damit die Zeitung am Samstag an die (beim TIP-Werbeverlag 19 Mio.) Kunden verteilt werden kann. Interessant ist aber, dass im „Arbeitsvertrag“ steht, dass wenn man die Situation so einschätzt, das man beim Verteilen der Zeitung zu Schaden kommen könnte, davon absehen sollte. Ich glaube aber, wenn man sich daran halten sollte, und nicht mit Schneeschuhen, Essen für 2 Wochen und Feuerholz bewaffnet bei dem Wetter in den Kampf zieht, fliegt man schnell raus. Wenn man dem Werbeverlag Glauben schenken darf, vergehen vom Druck der Zeitung bis sie im Briefkasten liegt keine 48 Stunden.
Natürlich freut man sich dann als Austräger, am nächsten Tag die ganzen Zeitungen im Papiercontainer wieder zu sehen.


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